{"id":5664,"date":"2024-06-10T07:49:27","date_gmt":"2024-06-10T05:49:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danielasuhr.de\/?p=5664"},"modified":"2024-06-10T07:49:27","modified_gmt":"2024-06-10T05:49:27","slug":"ich-will-ja-kein-rassist-sein-aber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danielasuhr.de\/en\/ich-will-ja-kein-rassist-sein-aber\/","title":{"rendered":"\u201eIch will ja kein Rassist sein, aber\u2026\u201c."},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch will ja kein Rassist sein, aber\u2026\u201c.<\/p>\n<p>Diese Formulierung h\u00f6re ich oft von Menschen in meiner Umgebung. Selbst ich habe es von mir behauptet. Aber geht es \u00fcberhaupt? Kann ich, k\u00f6nnen wir, die wir in der westlichen europ\u00e4ischen Welt als WEISSE Menschen geboren, aufgewachsen und sozialisiert sind, f\u00fcr uns in Anspruch nehmen, kein*e Rassist*in zu sein?<br \/>\nMit unserer deutschen Vergangenheit? Mit unseren Stereotypen und Vorurteilen anderer Menschen und anderen Kulturen gegen\u00fcber? Mit unseren Ressentiments gegen Menschen, die nicht so sind wie wir. Die wir als fremd betrachten &#8211; also nicht so wie wir sind (wer sind wir \u00fcberhaupt?) &#8211; und die nicht unsere Gebr\u00e4uche und Werte teilen, sondern andere haben? Sind wir offen genug gegen\u00fcber denen, die einen anderen Glauben und \/ oder einem anderen sozialen und kulturellen Umfeld entstammen? Und wann bin ich \u00fcberhaupt Rassistin und kann ich nicht \u201eNicht-Rassistin\u201c sein?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.danielasuhr.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/ras-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5665 size-medium lazyload\" data-src=\"https:\/\/www.danielasuhr.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/ras-300x231.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"231\" data-srcset=\"https:\/\/www.danielasuhr.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/ras-300x231.jpg 300w, https:\/\/www.danielasuhr.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/ras-1024x787.jpg 1024w, https:\/\/www.danielasuhr.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/ras-768x591.jpg 768w, https:\/\/www.danielasuhr.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/ras-1536x1181.jpg 1536w, https:\/\/www.danielasuhr.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/ras-2048x1575.jpg 2048w, https:\/\/www.danielasuhr.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/ras-16x12.jpg 16w\" data-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 300px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 300\/231;\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diese Fragen besch\u00e4ftigen mich und umso mehr ich mich damit auseinandersetze, desto mehr komme ich zu der \u00dcberzeugung, dass auch ich Rassistin bin. Ja, es klingt drastisch und keine*r mag es von sich behaupten (wie in meinem Anfangssatz geschrieben), aber kann ich mich meinem eigenen Rassismus \u00fcberhaupt entziehen? Ich behaupte immer von mir, offen, tolerant, neutral, respektvoll und freundlich jedem Menschen gegen\u00fcber zu treten. Und ja, das tue ich auch! Ich habe als Au-Pair in Qu\u00e9bec\/Montr\u00e9al in einer Gastfamilie gelebt, in der der Vater SCHWARZ war. Ich habe in Ghana und Uganda gelebt und gearbeitet. Ich bin die Witwe eines Ghanaers, den ich sehr liebte und ein Gro\u00dfteil meiner Freunde sind Menschen afrikanischer Herkunft. Ich habe etliche Anti-Rassismus-Seminare besucht und lese alles \u00fcber Kolonialismus, Rassismus etc. was ich in die Finger bekomme. Ich selbst gebe Workshops zu diesen Themen\u2026 Und dennoch \u2013 Rassismus steckt mir im Mark meiner Knochen und in meinen Genen. In den Strukturen in meinem Lebens- und Arbeitsumfeld. In den Institutionen und in der Gesellschaft um mich herum sowie in der Wissenschaft und Forschung. Rassismus ist Teil unseres Systems. Auch die neuen Technologien haben gezeigt, dass sie \u201erassistisch\u201c sind, da sie meistens von (alten) WEISSEN (M\u00e4nnern) programmiert und entwickelt wurden. Probiere es mal aus, z.B. bei Chat GPT.<\/p>\n<p>Sehr wahrscheinlich bin ich durch meine Weiterbildungen und Lekt\u00fcren \u201enicht so rassistisch\u201c wie andere. Aber geht das \u00fcberhaupt? Gibt es Rassismus in Abstufungen? Wahrscheinlich nicht. Denn entweder ist man rassistisch oder nicht. Wichtig finde ich jedoch, dass ich den Rassismus \u2013 auch meinen eigenen \u2013 erkenne und reflektiere. Dennoch ertappe ich mich, dass bestimmte Denkmuster seit meiner Kindheit immer noch vorhanden sind, die abzustreifen immer noch schwierig sind. Diese m\u00f6chte ich an dieser Stelle nicht aufz\u00e4hlen. Wie die Schlange aus ihrer Haut muss auch ich mich davon nach und nach l\u00f6sen. Aber wichtig an dieser Stelle scheint mir, den Rassismus ganz klar zu benennen und auch dar\u00fcber sowohl im pers\u00f6nlichen Umfeld als auch \u00d6ffentlich zu sprechen. Laut zu sein, wenn andere offen Rassismus zeigen und sich gegen Rassismus einzusetzen und zu demonstrieren. Ich bin mir meiner Privilegien bewusst. Dazu geh\u00f6rt auch, meine Meinung \u00e4u\u00dfern zu k\u00f6nnen und sich gegen Menschenrechtsverletzungen, wie Rassismus, einzusetzen.<\/p>\n<p>Warum das wichtig ist? Weil Rassismus menschenverachtend und asozial ist und er gef\u00e4hrdet unsere Demokratie! Unsere Gesellschaft verliert durch ihn die Errungenschaften der Vielfalt und unsere Solidarit\u00e4t. Rassismus macht uns zu engstirnigen und grauenhaften Zombies.<\/p>\n<p>Und zu guter Letzt: Weil ich meine SCHWARZEN Freund*innen sch\u00e4tze und liebe! Und ich jeden Tag von Ihnen lerne, wie wir die Welt gemeinsam ein St\u00fcckchen besser machen k\u00f6nnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch will ja kein Rassist sein, aber\u2026\u201c. Diese Formulierung h\u00f6re ich oft von Menschen in meiner Umgebung. Selbst ich habe es von mir behauptet. Aber geht es \u00fcberhaupt? 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